Betriebliche Altersvorsorge: Lohnt sich das wirklich?

Geschrieben von am 27. November 2012

Dieser Frage ging jetzt eine Studie von Ulrich Arthur-Birk, dem Professor für soziale Sicherung aus Bamberg, auf den Grund. Unter Experten gilt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als sehr lohnende Form der Altersvorsorge. Mitarbeiter können einen Teil ihres Bruttoentgelts umwandeln und in die bAV einzahlen. Dafür müssen sie dann keine Steuern zahlen, die Steuervorteile wirken sich also unmittelbar aus.

Professor hält dagegen

Der Professor hält in seiner Studie jedoch gegen diese weit verbreitete Meinung. Wer seit 2005 einen Vertrag für die bAV unterschrieben hätte und gesetzlich krankenversichert sei, für den lohne die Betriebsrente nicht, so ist er sich sicher. Grund dafür könnten unter anderem die stärkeren Zugriffe durch den Fiskus sein. Bis 2040 sei die Betriebsrente voll zu versteuern, die viel zitierte nachgelagerte Besteuerung kommt hierbei zum Tragen.

Außerdem müssten auf die Betriebsrenten volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden, so dass sich dies negativ auf den Ertrag auswirken würde. Bei der Riester Rente etwa sei dies nicht der Fall. Außerdem müsse auf die angesparten Beträge kein Rentenversicherungsbeitrag entrichtet werden, so dass auch Einbußen bei der gesetzlichen Rente zu befürchten sei.

Das Beispiel

Der Professor hat dafür sogar ein Beispiel gebracht. Es ging um einen Arbeitnehmer, der gesetzlich versichert und alleinstehend ist. Der Bruttoverdienst beträgt 3.400 Euro. Monatlich zahlt der Arbeitnehmer 100 Euro über 44 Jahre in die bAV ein. Mit Renteneintritt (67 Jahre) erhält er 150 Euro garantierte Rente. Wenn die Überschüsse mit hinzu gerechnet werden, sind es etwa 300 Euro Monatsrente. Jedoch sind 40 Euro davon abzuziehen, da diese bei der gesetzlichen Rente fehlen.

Zum Vergleich bringt man in der Studie an, dass die gleichen Beträge, die in eine private Rentenversicherung oder ein Sparkonto mit einer Durchschnittsverzinsung von 1,75 Prozent eingezahlt werden, ein paar Euro mehr Rente bringen. Wer also keinen Zuschuss vom Chef erhält, der sollte gut überlegen, ob sich die bAV für ihn lohnt. Der Bamberger Professor vertritt in jedem Fall die Meinung, dass die bAV reformiert werden müsse, damit die staatliche Förderung nicht verpufft.

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