Betriebliche Altersvorsorge wird zu wenig genutzt

Geschrieben von am 23. Oktober 2012

Die betriebliche Altersvorsorge gilt heute als eine von drei Säulen zur Absicherung des Lebensstandards im Alter. Dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, ist längst Jedermann klar. Erschreckend ist aber, dass weitere Möglichkeiten, wie die betriebliche Altersvorsorge nur unzureichend genutzt werden. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hervor.

Auswertung von mehr als 2.000 Unternehmen

Mehr als 2.000 Unternehmen wurden für die aktuelle Untersuchung befragt. Dabei konzentrierten sich die Befragungen auf Unternehmen mit Betriebsrat und mindestens 20 Mitarbeitern. Nach oben hin gab es bei den Mitarbeiterzahlen keine Grenzen. Nicht in allen Betrieben gibt es entsprechende Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge und selbst wenn diese vorhanden sind, werden sie der Studie zufolge nur von weniger als der Hälfte der Mitarbeiter genutzt. Dabei legen große Unternehmen mehr Wert auf die betriebliche Altersvorsorge.

Die flächendeckende betriebliche Altersvorsorge ist somit noch nicht gewährleistet. Statt nun aber den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge weiter zu forcieren, raten die Experten des WSI dazu, besser zu einer öffentlichen Rentenversorgung zurück zu kehren. Erst wenn dies politisch nicht durchsetzbar sei, lohne sich die Überlegung, die betriebliche Altersvorsorge weiter auszubauen.

Einkommensabhängigkeit bei der betrieblichen Altersvorsorge

Ebenfalls zeigte sich in der Untersuchung, dass die betriebliche Altersvorsorge abhängig von der Einkommenshöhe in Anspruch genommen wird. Dafür wurden Daten des Statistischen Bundesamtes herangezogen. In ihnen heißt es, dass

  • Personen mit einem Stundenlohn von maximal 10 Euro die betriebliche Altersvorsorge nur zu 6,2 Prozent nutzen und
  • Personen mit einem Stundenlohn von mehr als 23 Euro die betriebliche Altersvorsorge zu mehr als 30 Prozent nutzen.

Daraus zeigt sich, dass sowohl betriebliche Altersvorsorge, wie auch Riester Rente von den Personen am wenigsten genutzt werden, die sie am nötigsten brauchen. Daher wird auch die Zuschussrente kritisiert, da diese nur für ehemalige Geringverdiener gelten soll, die zusätzlich privat oder betrieblich vorgesorgt haben, denen es aber oftmals am Geld hierfür fehle.

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