Neuerungen im österreichischen Pensionskassengesetz

Geschrieben von am 29. November 2011

Wer sich in Österreich für die betriebliche Altersvorsorge entschieden hat, der wusste, dass die meisten Pensionskassen auf Aktien und Co. setzen. Die Talfahrten an den Börsen haben den Anlegern jedoch nicht zu unterschätzende Verluste eingebracht, was für die betriebliche Altersvorsorge nicht unbedingt als erstrebenswert gilt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Derzeit wird über eine Neuregelung des Pensionskassengesetzes debattiert, die Vorschläge sollen bereits im Januar 2012 vorgelegt werden, ab Juli kommenden Jahres sollen sie auch in die Tat umgesetzt werden.

Insbesondere seien die Veränderungen deshalb nötig geworden, weil das heute angewendete System in dieser Form schon seit mehr als 20 Jahren besteht. Entsprechend sind kaum Möglichkeiten gegeben, die die betriebliche Altersvorsorge an aktuelle Ansprüche anpassen.

Die Sicherheitspension

Eine der Neuerungen, die vorgeschlagen wurde, läuft unter dem Begriff Sicherheitspension. Damit sollen mehr Sicherheit und eine gewisse Garantie geboten werden. Sowohl Neukunden, als auch Bestandskunden können von diesem Modell Gebrauch machen, wenn es denn beschlossen wird.

Dabei muss die Sicherheit natürlich bezahlt werden. Für Neukunden bedeutet dies, dass sehr gute Renditen liegen gelassen, statt ausgezahlt werden, um die Garantie gewährleisten zu können. Versicherte, die bereits im Rentenbezug stehen, müssen mit Abschlägen rechnen. Hier befürchten Kritiker, dass Abschläge zwischen 30 und 60 Prozent geboten sein könnten.

Bei dieser Absicherung soll das Niveau der Rentenzahlung alle fünf Jahre an die aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Ausgeschlossen werden soll dabei allerdings, dass man unter das Einstiegsniveau fallen kann.

Das Lebensphasen-Modell

Außerdem soll ein Lebensphasen-Modell eingeführt werden. Dieses sieht vor, dass die Durchmischung von Aktien und Anleihen, von spekulativen und sicheren Geldmarktgeschäften dem Alter der Versicherten angepasst werden kann. So würden für junge Versicherte mehr spekulative Geschäfte durchgeführt, die dafür sorgen sollen, dass die Renditen steigen. Versicherte, die kurz vor dem Renteneintritt stehen, würde dagegen eine Umschichtung des Kapitals geboten, weg von riskanten, hin zu sicheren, wenn auch weniger renditestarken Anlagen.

Neben Neukunden soll das Lebensphasen-Modell, für das sich die Versicherten individuell entscheiden können, auch Bestandskunden zur Verfügung stehen. Ausnahmen gelten lediglich für Versicherte, die bereits im Leistungsbezug stehen.

Mehr Sicherheit für Unternehmen
Doch auch die Unternehmen sollen mit den Neuerungen im Pensionskassengesetz Österreichs entlastet werden. So soll es künftig ausreichen, fixe Sockelbeiträge in Höhe von zwei Prozent des laufenden Entgelts der Mitarbeiter einzuzahlen. Beträge, die darüber hinaus gehen, könnten entsprechend an die laufenden Gewinne oder Umsätze gebunden werden. Dadurch könnten Unternehmen in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Gelder für die betriebliche Altersvorsorge einsparen und diese in besseren Zeiten wieder vermehrt investieren.

Mit all diesen Änderungen soll die betriebliche Altersvorsorge in Österreich wieder attraktiver gemacht werden, da so ein Verlust des angesparten Kapitals weitestgehend ausgeschlossen werden kann.

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